Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme e. V.
Aktuelles Nahost-Konflikt belastet Kunststoff verarbeitende Industrie stark

Allgemein pro-K-Umfrage zeigt: Kosten steigen, Planungssicherheit sinkt, Investitionen pausieren

Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich zunehmend auf die Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des pro-K Industrieverbandes unter seinen Mitgliedsunternehmen. Die Ergebnisse zeichnen ein klares und repräsentatives Stimmungsbild der Branche: Steigende Rohstoff-, Energie- und Transportkosten, wachsende Unsicherheiten entlang der Lieferketten sowie zunehmender Druck auf die Margen belasten die Unternehmen erheblich.

09.06.2026, Frankfurt a.M.
Hendrik Johannink, pro-K Vorsitzender

Mehr als vier von fünf Unternehmen geben an, von den aktuellen Entwicklungen stark oder sogar sehr stark betroffen zu sein. Kein einziges Unternehmen berichtet von einer vollständigen Unbetroffenheit. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie sensibel die Kunststoff verarbeitende Industrie auf geopolitische Verwerfungen reagiert. Die Unternehmen stehen unter erheblichem Kostendruck und müssen gleichzeitig ihre Liefer­fähigkeit gegenüber den Kunden sicherstellen“, erklärt Hendrik Johannink, Vorstandsvorsitzender im pro-K.

Rohstoff- und Transportkosten explodieren

Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen bei den Beschaffungs­kosten. Nahezu alle befragten Unternehmen berichten von steigenden Rohstoff- und Transportkosten. Bei mehr als 70 Prozent der Unternehmen sind diese Kostenfaktoren sogar stark gestiegen. Auch die Energiekosten haben sich bei der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen erhöht.

Die Folgen reichen inzwischen weit über reine Preissteigerungen hinaus. Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichtet von verlängerten Lieferzeiten sowie einer deutlich erschwerten Kalkulations- und Planungs­sicherheit. Gleichzeitig beobachten viele Unternehmen bereits einen Rückgang der Nachfrage.

Versorgungslage angespannt

Die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen wird von der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen als angespannt bewertet. Zwar ist die Zufuhr derzeit vielfach noch gewährleistet, die Unternehmen beobachten die Entwicklung jedoch mit großer Sorge. „Die Branche verfügt über viel Erfahrung im Umgang mit Krisensituationen und hat ihre Liefer­ketten in den vergangenen Jahren widerstandsfähiger aufgestellt. Dennoch nehmen die Unsicherheiten spürbar zu“, so Johannink.

Preiserhöhungen und Investitionsverschiebungen

Um die Belastungen abzufedern, haben zahlreiche Unternehmen Gegenmaßnahmen ergriffen. Die häufigste Reaktion sind Preis­anpassungen gegenüber Kunden. Gleichzeitig bauen viele Unternehmen zusätzliche Lagerbestände auf oder suchen nach alternativen Rohstoffen und Beschaffungsquellen. Besonders alarmierend ist, dass bereits jedes dritte Unternehmen Investitionen verschiebt. Dies schwächt nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern gefährdet auch die Transformation hin zu einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Industrie.

Kosten können nur teilweise weitergegeben werden

Die Umfrage zeigt zudem: Nur rund drei Viertel der Unternehmen können die gestiegenen Kosten teilweise an ihre Kunden weiterreichen. Gleich­zeitig nehmen Preisverhandlungen spürbar zu und erste Unternehmen berichten bereits von Projektverschiebungen und Auftragsrückgängen.

„Die Unternehmen können geopolitische Krisen nicht beeinflussen. Sie benötigen deshalb politische Rahmenbedingungen, die ihnen ermöglichen, auch in schwierigen Zeiten wettbewerbsfähig zu produzieren und zu investieren. So besteht dringender Handlungsbedarf bei der Diversifizierung von Rohstoffquellen, etwa durch eine ambitioniertere Stärkung der Kreislaufwirtschaft“, betont Johannink.

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pro-K
Als Trägerverband des Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie e.V. (GKV) vertritt der pro-K Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme e.V. als Spitzenverband die Hersteller von Konsum- und Halbfertigprodukten aus Kunststoff gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Dr. Patrick Kohlas
Telefon +49 69 40 89 555 46
E-Mail: patrick.kohlas@pro-kunststoff.de