Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme e. V.
Aktuelles Jahresrückblick 2023 vom pro-K-Vorstandsvorsitzenden Klaus-Uwe Reiß

Allgemein Jahresrückblick 2023 vom pro-K-Vorstandsvorsitzenden Klaus-Uwe Reiß

Für den pro-K Industrieverband war das laufende Jahr aus verschiedenen Gründen ein ganz besonderes. Der plötzliche Tod unseres Hauptgeschäftsführers Ralf Olsen bedeutete eine Zäsur. Die zahlreichen wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen hielten zudem unsere Mitgliedsunternehmen und uns mächtig auf Trab.

22.12.2023, Frankfurt a.M.
Klaus-Uwe Reiß, Vorstandsvorsitzender pro-K Industrieverband, blickt auf das Jahr 2023 zurück

"Ein bewegendes Kalenderjahr 2023 neigt sich dem Ende zu. Was bleibt? Wir erleben aktuell, dass der Weltfrieden gefühlt entfernter denn je ist. Wir nehmen ökologisch wahr, dass Umwelt und Klima enorm unter Druck stehen. Und auch ökonomisch sehen wir eher unsicheren Zukunftsaussichten entgegen. Unsere Gesellschaft wird vorsichtiger, bei Investitionen und Konsum.

Bei allen Sorgen und Nöten, bei aller Alltagshektik und den täglich oft schlechten Nachrichten hat uns eine Nachricht bei pro-K im Jahr 2023 besonders traurig gemacht und uns für einen gefühlt ewigen Moment innehalten lassen: Der plötzliche und für uns immer noch unfassbare und viel zu frühe Tod unseres allseits sehr geschätzten Hauptge­schäftsführers Ralf Olsen mit 61 Jahren. Ralf Olsen hat unseren Ver­band seit der ersten Minute an über 22 Jahre mit viel persönlichen Ein­satz und Pflichtbewusstsein, mit ganz viel Überzeugung und vor allem mit wahnsinnig viel Leidenschaft und Freude geführt. In dieser Zeit war Ralf Olsen ein prägendes Gesicht und wichtiger Antriebsmotor der Kunststoffbranche. Er erwarb sich großes Ansehen in der Öffentlichkeit, in der Politik, in der Kunststoff-Fachwelt und bei den Mit­gliedsunternehmen – und war dabei stets ein hochgeschätzter Gesprächspartner für alle Markt­teilnehmer. Ralf Olsen war ein ganz besonderer Mensch: klug, warmherzig, gütig und sehr menschlich. Er wird für immer vermisst in unseren Herzen bleiben.

Trotz dieses enormen Verlustes gingen Leben und Arbeitswelt weiter – und zwar in einer Welt im Krisenmodus. Zwar liegen Coronapandemie und Lieferkettenprobleme hoffentlich bis auf weiteres hinter uns, dafür sind die Kriege in Osteuropa und Nahost sehr bestimmend. Die Inflation ist zuletzt rückläufig gewesen, die neuesten Haushaltsbeschlüsse lassen aber etwa die Preise für Strom, Gas und Benzin im neuen Jahr wieder steigen. Zusammen mit den neuen Lohntarifabschlüssen und den weiter hohen Zinsen ist der prognostizierte markante Inflationsrückgang wohl eher mit einem Fragezeichen zu versehen. Das Leben wird teuer bleiben – sowohl für die Wirtschaft als auch den privaten Verbraucher.

Trotz dieses Lebens im Krisenmodus gilt es, den Blick nach vorne zu richten. Unsere Branche erlebte 2023 in vielen Segmenten ein relativ lebhaftes erstes Halbjahr und ein in der Nachfrage eher stagnierendes bis rückläufiges zweites. Die Aussichten für die ersten Monate 2024 sehen eine wirtschaftliche Seitwärtsbewegung, während das 2. Halbjahr 2024 verhalten optimistisch prognostiziert wird. Die geopolitische und globale wirtschaftliche Lage ist hoch volatil, erscheint wenig plan- und berechenbar. Die Rahmenbedingungen des Industriestandortes Deutschland verschlechtern sich, etwa durch hohe Unternehmens­steuern, Lohnneben- und Energiekosten, eine überbordende Bürokratie, eine teils marode Infrastruktur, eine Digitalisierung im Schneckentempo, fehlende Fachkräfte oder Haushalts­finanzlöcher und schwindendes Vertrauen in die Bundesregierung. Herausforderungen wie Klimawandel, KI, neue Arbeitszeitmodelle oder weltweite Fluchtbewegungen sind dabei noch gar nicht eingerechnet.

2023 gewann auch eine besonders hitzige und pauschalisierte Debatte rund um eine mögliche Be­schränkung von per- und polyfluorierten Chemikalien, kurz PFAS, weiter an Fahrt. Mit viel Engage­ment und zeitlichen Aufwand bringt sich die Fluorpolymer-Fachgruppe von pro-K und ihr Vorsitzender Dr. Michael Schlipf in die öffentliche und politische Diskussion ein, klärt auf und informiert. Dies zeigt: Die Bedeutung der Verbandsarbeit nimmt zu, eine Mitgliedschaft ist in Zeiten zunehmender Chemika­lienregulierung sinnvoller denn je.

Es ist eine Stärke unserer Industrie, dass sie klein- bis mittelständisch geprägt ist, kurze Entscheidungswege besitzt, damit schlagkräftig und in vielen Marktnischen erfolgreich ist. Innovativer Unternehmergeist, Krisen-erprobtes Management, gelebte Erfahrung und kluge Köpfe zeichnen unsere Branche aus. Die Kombination aus langjähriger Erfahrung auf der einen Seite und engagierten, teils unbekümmerten und gut ausgebildeten jungen Menschen mit frischen, unkonventionellen Ideen auf der anderen Seite, ist zu einer echten Erfolgsformel gereift.

Gehen wir also die Herausforderungen auch 2024 mit Zuversicht und unserer großen Expertise, unserem Engagement und der uns eigenen Hands-on-Mentalität an. Dazu wünsche ich uns an erster Stelle Gesundheit und Schaffenskraft, aber auch Entscheidungs­freude, Erfolg und das Quäntchen Glück. Ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr 2024, bleibt's gesund und heiter!"

pro-K
Als Trägerverband des Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie e.V. (GKV) vertritt der pro-K Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme e.V. als Spitzenverband die Hersteller von Konsum- und Halbfertigprodukten aus Kunststoff gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Sven Weihe
Telefon +49 69 40 89 555 43
E-Mail: sven.weihe@pro-kunststoff.de

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