Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten treffen die Fluorpolymerindustrie in einer ohnehin angespannten Lage. Unternehmen in Europa entlang der chemischen Wertschöpfungskette sehen sich zunehmend mit instabilen Lieferketten, steigenden Kosten und wachsender Planungsunsicherheit konfrontiert – mit spürbaren Auswirkungen auf Produktion, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Die Fluorpolymerindustrie ist in hohem Maße auf importierte Vorprodukte angewiesen, wodurch sie überdurchschnittlich stark von globalen Marktverwerfungen betroffen ist. Höhere Preise für Rohöl und Erdgas treiben die Kosten für Rohstoffe, Produktion und Logistik in der chemischen Industrie spürbar nach oben. Gleichzeitig belasten Störungen zentraler Schifffahrtsrouten, steigende Frachtraten sowie höhere Versicherungs- und Containerkosten die internationalen Warenströme zusätzlich.
Versorgungsrisiken und dynamische Preissteigerungen bei essenziellen Ausgangsstoffen für Fluorpolymere wie Flussspat, Natriumchlorid, Schwefelsäure, Methanol oder Methan erhöhen den wirtschaftlichen Druck erheblich. In der Folge geraten Hersteller zunehmend in die Situation, Kostensteigerungen entlang der Wertschöpfungskette weitergeben zu müssen, um Produktion und Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.
Strukturelle Schwächen treffen auf neue geopolitische Belastungen
Die aktuellen Entwicklungen treffen auf eine bereits angespannte Lage in Europa: Der Rückgang heimischer Produktionskapazitäten durch Standortverlagerung sowie regulatorische Unsicherheiten – insbesondere im Zusammenhang mit dem PFAS-Beschränkungsvorschlag der europäischen Chemikalienagentur – schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Fluorpolymerbranche zusätzlich.
Vor diesem Hintergrund gewinnen resiliente und nachhaltige Wertschöpfungsketten weiter an Bedeutung. Die Mitgliedsunternehmen im pro-K Industrieverband setzen sich daher verstärkt für den Ausbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft für Fluorpolymere ein.
Dr. Michael Schlipf, Sprecher der pro-K Fluoropolymergroup, erklärt: „Die technologischen Voraussetzungen für sichere End-of-Life-Lösungen und ein zirkuläres Wirtschaften mit Fluorkunststoffen sind in Deutschland und Europa vorhanden. Entscheidend ist nun, dass politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Investitionen in diese Strukturen ermöglichen – für mehr Versorgungssicherheit, strategische Unabhängigkeit und einen nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen.“
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Als Trägerverband des Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie e.V. (GKV) vertritt der pro-K Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme e.V. als Spitzenverband die Hersteller von Konsum- und Halbfertigprodukten aus Kunststoff gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Dr. Patrick Kohlas
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