Fluorkunststoffe: Rohstoffmangel und Preisexplosion Folge von knapper Fördermenge und hoher Nachfrage
Frankfurt am Main, 15. Juni 2011. Der Markt für Fluorkunststoffe ist aktuell von einer dramatischen Rohstoffknappheit und rasanten Preissteigerungen betroffen. Während sich die Preise für Fluorthermoplaste (FTP) in nur einem Jahr um circa das Eineinhalbfache erhöht haben, verdoppelten sie sich im selben Zeitraum bei Polytetrafluorethylen (PTFE) nahezu. Diese Entwicklung wird sich bis in das Jahr 2012 fortsetzen, so die Einschätzung der Fluoropolymergroup des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V.. Einer der wesentlichen Gründe hierfür ist, dass die Förderkapazitäten des Rohstoffes Flussspat (CaF2) heute und in naher Zukunft mit der stetig größer werdenden Nachfrage nicht Schritt halten können.
Lange wurde seitens der Rohstoffproduzenten kaum in die Förderung von Flussspat, einem wichtigen Ausgangsmaterial der Fluorpolymere, investiert. Zu gering war die Rentabilität.
Seitdem in den letzten Monaten neue lukrative Anwendungsmöglichkeiten für diese Hochleistungspolymere erschlossen wurden, wächst der Bedarf jedoch signifikant. Zudem wetteifern neue Produkte wie umweltfreundliches Kühlmittel mit PTFE und FTP um die begrenzten Rohstoff-Ressourcen.
Die zur Zeit betriebenen Flussspatminen können den Bedarf daher bereits heute nicht mehr decken. Erschwerend kommt hinzu, dass China als Hauptlieferant die Fördermengen streng limitiert.
Durch das Zusammenspiel der gesteigerten Nachfrage und der noch nicht angepassten Fördermengen kommt es zu massiven Lieferengpässen und die Preise steigen bei Vor-, Zwischen und Endprodukten von Fluorkunststoffen rapide.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sieht die Fluoropolymergroup es als unerlässlich an, dass neue Wege eingeschlagen werden. Zum einen ist es dringend erforderlich, bereits stillgelegte Flussspatminen umgehend wieder in Betrieb zu nehmen und neue Vorkommen zu erschließen sowie zusätzliche Polymerisationskapazitäten aufzubauen. Zum anderen rät die Fachgruppe Verarbeitungsprozesse noch ressourceneffizienter zu gestalten, die Produktivität existierender Fluorpolymeranlagen zu steigern und den Recyclinggrad von Verarbeitungsabfällen zu optimieren. Verarbeiter, die bisher ausschließlich auf Fluorpolymere fokussiert waren, haben mittlerweile - auch auf Kundendruck hin - damit begonnen, Systemlösungen ohne die Verwendung von Fluorpolymeren zu entwickeln.
Allein auf diesen Wegen, so die Einschätzung der Fluoropolymergroup, kann der Rohstoffknappheit und der damit verbundenen Preisspirale mittelfristig entgegengewirkt werden.
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