Bedarfsgegenstände aus Melaminharz: Vollkommen sicher bei richtiger Verwendung
Frankfurt am Main, 18. Mai 2011. Der pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. ist bestürzt angesichts der Auswirkungen der Pressemitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) über Geschirr und Küchenutensilien aus Melaminharzen vom 12. Mai 2011. Diese hat ein Medienecho hervorgerufen, das durch unglücklich gewählte Formulierungen und Schwerpunktsetzungen ebenso wie falsche Zusammenhänge Handel und Verbraucher zu Unrecht verunsichert. Der Verband sieht den Ruf einer bewährten Produktgruppe leichtfertig aufs Spiel gesetzt, die bei korrektem Gebrauch für den Verwender vollkommen sicher ist.
In der Pressemitteilung des BfR heißt es, „Teller, Schüsseln, Besteck und andere Küchenutensilien aus Melaminharz können beim Erhitzen Melamin und Formaldehyd abgeben.“ Erst später wird erläutert, dass dies erst ab einer Temperatur von 70° C der Fall ist. „Bereits der einleitende Satz der Pressemitteilung ist für uns ein Schlag ins Gesicht. Weder Teller, Schüsseln, noch Besteck werden zum direkten Kochen auf der Herdplatte verwendet. Es ist daher davon auszugehen, dass sie bei korrektem Gebrauch nie auf 70° C oder mehr erhitzt werden. Migration ist daher nicht zu befürchten und die Verwendung des Geschirrs folglich vollkommen unbedenklich. Das BfR selbst schreibt, dass bereits beim Umfüllen eines heißen Getränkes in Tassen diese 70° C unterschritten werden - allerdings findet sich das erst im vorletzten Abschnitt“, so Ralf Olsen, Geschäftsführer des pro-K.
„Viele fachfremde Medien stürzen sich nun auf den Generalverdacht, dass aus Haushalts- und Bedarfsgegenständen generell „Giftstoffe“ entweichen, und verwenden diesen als Schlagzeile. Sie gehen dabei erst an späterer Stelle darauf ein, dass eine Migration nur bei relativ hohen Temperaturen, wie sie allein beim Kochen oder Braten auftreten, möglich ist. Dem Handel und den Verbrauchern bleibt jedoch die Schlagzeile im Kopf „Melamin-Geschirr per se ist Gift“. Dabei belegen regelmäßige Stichproben der zuständigen Landesbehörden, dass Teller, Schüsseln, Besteck und andere Küchenutensilien aus Melaminharz bei richtiger Verwendung unbedenklich sind“, erklärt Olsen.
Die weitere Aussage des BfR, dass Gegenstände aus Melaminharz nicht für die Mikrowelle geeignet sind, ist bereits längst gelebter Alltag in der Branche. Seit vielen Jahren kommunizieren verantwortungsbewusste Hersteller dies offen auf ihren Produkten und deren Verpackungen, um einer unsachgemäßen Verwendung vorzubeugen.
Auch darauf, dass tatsächliche Koch- und Bratutensilien wie Pfannenwender oder Schöpfkellen aus Melaminharzen nicht längere Zeit einer großen Hitze ausgesetzt werden dürfen, weisen die Branchenunternehmen durch Labels und Prägungen hin.
„Zudem sind wir darüber verärgert, dass die Pressemitteilung das Schreckgespenst des Milchskandals in China, bei dem Milchpulver für Säuglinge mit einem Nebenprodukt der Melaminherstellung versetzt wurde, wieder auf die Agenda bringt. Melaminharze haben mit den Eigenschaften der damals verwendeten Chemikalie jedoch nichts zu tun. Unwissenheit und Fehlinformation werden nun zu einer großen Bedrohung für die Branche.“ beklagt Ralf Olsen die Auswirkungen der BfR-Veröffentlichung.
Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des BfR.


